#candystorm für Claudia – sweeter than candy

Foto: .curt via Flickr / Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

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Die Medien sind irritiert. Im Internet haben Grüne und ihre SympathisantInnen über Nacht die Stimmung gedreht.

Claudia hat eine Abstimmung verloren. Die Partei hat unter Gesichtspunkten der Ausgewogenheit ein Duo für die Bundestagswahl gewählt, bei dem sie nicht dabei ist. Und das, obwohl sie die Entscheidung erzwungen hat. Jetzt hat sie verloren. Und nach den Gesetzen der Medien muss sie jetzt in Grund und Boden geschrieben werden.

Nur wenige haben erkannt, dass die Öffnung solcher Entscheidungen für offene Beteiligungen auch einen anderen Umgang mit den Unterlegenen verlangt. Kein Hahn hat danach gekräht, dass der Parteivorsitzende der SPD Gabriel auf seine Spitzenkandidatur verzichtet hat und dem begehrten Vortragsredner Steinbrück im Hinterzimmer den Vortritt überließ. Warum sollte eine basisdemokratische Entscheidung dann alles in Frage stellen? Der Presse-shitstorm nach solchen öffentlich und demokratisch ausgetragenen Vorgängen verlangt im Falle der Niederlage: Herunterschreiben, Anzählen, Abschreiben. Egal, was die Mitglieder der Partei denken. Das macht die Bundespresse eigentlich unter sich aus. Daumen hoch oder runter. Das bleibt in der Hand der Edelfedern.

Das wollten wir nicht zulassen. Unter #claudiamussbleiben und #claudia2moreyears kreierten wir einen #candystorm für Claudia. Anja Piel, die niedersächsische Landesvorsitzende der Grünen, und ich hatten uns zu einer kleinen Kampagne bei twitter verschworen. Denn wir waren überzeugt: Claudia kann im Fußballstadion und auf dem CSD, bei Kulturschaffenden oder auf Anti-Nazidemos glaubwürdig Grüne Politik verkörpern (tagesthemen: Süßes aus dem Internet). Deshalb gehört ihr Temperament auch zum Grünen Projekt. Wir haben uns mit unserem #candystorm die Deutungshoheit über die Urwahl der Grünen als Mitglieder der Partei zurückgenommen.

Die Piraten haben ihre Shitstorms. Grüne haben gezeigt, dass wir das Internet und seine sozialen Netzwerke auch für positive Kampagnen für Inhalte und Unterstützung für Personen nutzen können. Das haben wir mit unserem kleinen #candystorm bewiesen. Shitstorm oder Lovestorm und #flausch waren gestern.

Ergänzung 16.45 Uhr: Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, spricht von bleibender Wortschöpfung und twitter-Geschichte, nur Wikipedia ist noch am Überlegen: http://de.wikipedia.org/wiki/Candystorm

3 Gedanken zu „#candystorm für Claudia – sweeter than candy

  1. Andreas Moser

    Das zeigt nicht nur, wie nett die Grünen zueinander sind, sondern auch, daß die Parteivorsitzende nach der Wahl der zwei Spitzenkandidaten einfach nicht mehr bedeutend ist.

  2. Pingback: Zwischen Shitstorms und leichten Brisen | UdL-Digital

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