<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Beckstage</title>
	<atom:link href="http://beckstage.volkerbeck.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://beckstage.volkerbeck.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 24 Jan 2012 11:52:32 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Wirrnis ist noch keine Gefahr für die Demokratie!</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2012/01/24/linke/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2012/01/24/linke/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 11:52:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[großer Quatsch]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsschutz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=442</guid>
		<description><![CDATA[390.000 Euro lässt es sich das Bundesamt für Verfassungsschutz jährlich kosten (590.000 € kostet NPD-Überwachung), um mit sieben MitarbeiterInnen die Reden, Flugblätter und Websiten von Abgeordneten der Linkspartei auf deren Verfassungsfeindlichkeit zu prüfen. Eigentlich ist das ein Fall für den Bund der Steuerzahler &#8211; und ein noch besserer Grund sich aufzuregen.  Da sitzen sieben Beamte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Linke-Abgeordnete-werden-beobachtet-1533400972">390.000 Euro lässt es sich das Bundesamt für Verfassungsschutz jährlich kosten (590.000 € kostet NPD-Überwachung)</a>, um mit sieben MitarbeiterInnen die Reden, Flugblätter und Websiten von Abgeordneten der Linkspartei auf deren Verfassungsfeindlichkeit zu prüfen. Eigentlich ist das ein Fall für den Bund der Steuerzahler &#8211; und ein noch besserer Grund sich aufzuregen.  Da sitzen sieben Beamte, die beispielsweise einen <a href="http://www.google.de/search?q=%22petra+pau%22&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a">Google-Alert auf „Petra Pau“</a> eingerichtet haben, der Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestags, die wohl staatstragender daher kommt als beispielsweise ein Hans-Peter Uhl, <a href="http://netzpolitik.org/?s=Hans-Peter+Uhl&amp;searchsubmit=Suchen">dessen politische Agenda nur aus der Einschränkung von BürgerInnenrechten besteht</a>. Diese sieben MitarbeiterInnen aktualisieren dann jedes Jahr im Mai die Mitgliederzahlen in ihrem, <a href="http://www.verfassungsschutz.de/de/publikationen/verfassungsschutzbericht/vsbericht_2010/" target="_blank">im vergangenen Jahr 14 Seiten umfassenden Bericht über die Linkspartei</a>, und übernehmen dann Copy+Paste den Berichtstext vom Vorjahr.</p>
<p>Zugegeben: <a href="http://www.ruhrbarone.de/dagdelen-fuer-die-aufhebung-aller-sanktionen-gegen-den-iran/">Einige bei der Linkspartei sind wirr, aber Wirrnis ist noch keine Gefahr für die Demokratie</a>. Bei jedem abgefahrenen Außenspiegel heben wir extra die Immunität auf, bevor der Staatsanwalt gegen ein MdB überhaupt ermitteln darf. Dabei ist die Überwachung durch den Geheimdienst eine viel größere Gefahr für das freie Mandat. Wir brauchen ein Verfahren, dass Abgeordnete vor nicht gerechtfertigten Übergriffen des Verfassungsschutzes schützt. Als genehmigendes Gremium kommen das Parlamentspräsidium oder die Obleute des Immunitätsausschusses infrage. Bereits 2006 hatten wir dazu einen Antrag in den Bundestag eingebracht (<a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/022/1602260.pdf">Drucksache 16/2260</a>), der an der Mehrheit von Union und SPD scheiterte. Der Überwachungswahn nimmt seit Jahren zu, das belegen auch die Kleinen Anfragen der Grünen Bundestagsfraktion.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Antwort Drucksache <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/141/1614159.pdf">16/14159</a>:</strong></span></p>
<p style="padding-left: 30px;">9. Wahlperiode<br />
Keine Hinweise auf Aktenfundstellen im NADIS.</p>
<p style="padding-left: 30px;">10. Wahlperiode<br />
Keine Hinweise auf Aktenfundstellen im NADIS.</p>
<p style="padding-left: 30px;">11. Wahlperiode<br />
Im NADIS sind Hinweise auf Aktenfundstellen zu drei Abgeordneten der PDS und einem Abgeordneten der CDU vorhanden.</p>
<p style="padding-left: 30px;">12. Wahlperiode<br />
Im NADIS sind Hinweise auf Aktenfundstellen zu fünf Abgeordneten der PDS, drei Abgeordneten der CDU und vier Abgeordneten der SPD vorhanden; davon wurden vier Abgeordnete bereits in der vorherigen Wahlperiode aufgeführt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">13. Wahlperiode<br />
Im NADIS sind Hinweise zu sieben Abgeordneten der PDS, drei Abgeordneten der CDU und zwei Abgeordneten der SPD vorhanden; davon wurden sieben bereits in vorherigen Wahlperioden mit aufgeführt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">14. Wahlperiode<br />
Im NADIS sind Hinweise zu zwölf Abgeordneten der PDS und zwei Abgeordneten der SPD vorhanden; davon wurden acht bereits in vorherigen Wahlperioden mit aufgeführt.</p>
<p style="padding-left: 30px;"> 15. Wahlperiode<br />
Im NADIS sind Hinweise zu zwei Abgeordneten der PDS vorhanden; davon wurde eine in vorherigen Wahlperioden mit aufgeführt.<br />
<em>[Hinweis: Damals waren nur Petra Pau und Gesine Lötzsch Mitglieder des Deutschen Bundestags]</em></p>
<p style="padding-left: 30px;">16. Wahlperiode<br />
Im NADIS sind Hinweise zu 27 Abgeordneten der Partei DIE LINKE., zu- vor Die Linkspartei.PDS, vorhanden; davon wurden elf bereits in vorherigen Wahlperioden mit aufgeführt.</p>
<p>Hinzu kommt die Überwachung durch die Landesämter für Verfassungsschutz. In der Antwort auf die Grüne Kleine Anfrage mit der <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/003/1700372.pdf">Drucksache 17/372</a> antwortete uns die Bundesregierung, dass <strong>mindestens 21 Bundestagsabgeordnete durch die Landesämter für Verfassungsschutz beobachtet</strong> werden:</p>
<table style="padding-left: 30px; width: 475px; height: 296px;" border="0">
<tbody>
<tr>
<td>Baden-Württemberg</td>
<td>1 Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Berlin</td>
<td>1 Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Brandenburg</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Bremen</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Hamburg</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Hessen</td>
<td>2 Speicherungen, aber Beobachtung mit Aufnahme des Mandats eingestellt</td>
</tr>
<tr>
<td>Mecklenburg-Vorpommern</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Niedersachsen</td>
<td>12 Speicherungen</td>
</tr>
<tr>
<td>Nordrhein-Westfalen</td>
<td>3 Speicherungen</td>
</tr>
<tr>
<td>Saarland</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Sachsen</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Sachsen-Anhalt</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Schleswig-Holstein</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
<tr>
<td>Thüringen</td>
<td>keine Speicherung</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="padding-left: 30px;"> Die übrigen Länder <em>[Bayern &amp; RLP]</em>  haben keine Zustimmung erteilt.</p>
<p>In meinem Büro überarbeiten wir deshalb unseren Antrag aus der 16. Wahlperiode und werden diesen wieder in den Bundestag einbringen. So lange, bis dieser Unfug endet.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2012/01/24/linke/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schutzfristen radikal kürzen</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/11/24/schutzfristen/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/11/24/schutzfristen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 14:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik1.0]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=426</guid>
		<description><![CDATA[Das Urheberrecht reflektiert die Neuerungen der Digitalisierung und des Internets nicht. Eine Urheberrechtsreform muss deshalb nicht nur den Konflikt zwischen UrheberInnen, VerwerterInnen und NutzerInnen auflösen, sondern auch die UrherberInnen gegenüber den VerwerterInnen stärken. Eine Urheberrechtsreform ist deshalb mehr als nur Netzpolitik. Jüngst wurde ich bei Heise und andernorts wegen meines Streichungsantrags D-02-526 bei dem Antrag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Urheberrecht reflektiert die Neuerungen der Digitalisierung und des Internets nicht. Eine Urheberrechtsreform muss deshalb nicht nur den Konflikt zwischen UrheberInnen, VerwerterInnen und NutzerInnen auflösen, sondern auch die UrherberInnen gegenüber den VerwerterInnen stärken. Eine Urheberrechtsreform ist deshalb mehr als nur Netzpolitik. Jüngst wurde ich bei <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35884/1.html">Heise</a> und <a href="http://www.metronaut.de/freiheit/wieviel-netzpolitik-steckt-wirklich-in-den-gruenen/">andernorts</a> wegen meines <a href="http://www.gruene-partei.de/cms/default/dok/394/394801.aenderungsantrag_zu_d02.htm">Streichungsantrags D-02-526</a> bei dem <a href="http://www.gruene-partei.de/cms/default/dok/393/393285.offenheit_freiheit_teilhabe_die_chancen.htm">Antrag „Offenheit, Freiheit, Teilhabe &#8211; die Chancen des Internets nutzen &#8211; den digitalen Wandel grün gestalten!“</a> kritisiert, der auf der kommenden <a href="http://www.gruene.de/partei/bdk-2011-in-kiel.html">Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Kiel</a> verabschiedet werden wird.</p>
<p>Konkret möchte ich folgende Zwei Sätze im Kapitel <em>Remix-Kultur und transformatorische Nutzung</em><strong> </strong>in den Zeilen 526-529 streichen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Um eine Kultur der transformatorischen Nutzung zu ermöglichen, ist es Ziel unserer Politik, soviel Wissen und kulturelle Güter wie möglich zur freien Nutzung bereitzustellen. Deswegen wollen wir, dass Verwertungsgesellschaften Creative Commons Lizenzen zulassen, damit die Künstler freier wählen können, welche Verwertungswege sie einschlagen wollen. <span style="text-decoration: line-through;">Eine deutliche Verkürzung bzw. Flexibilisierung der Schutzfristen z.B. auf fünf Jahre muss mit der Möglichkeit der Neuverhandlung einhergehen. Das bedeutet: Eine fünfjährige Schutzfrist ab Veröffentlichung mit anschließender, gebührenpflichtiger mehrmaliger Verlängerungsoption.</span> Wir wollen eine Schrankenausweitung für Blinde, so dass sie leichter in den Genuss von Büchern kommen können.</p>
<p>Leider hat weder <a href="http://www.heise.de/tp/autor/petermhlbauer/default.html" target="_blank">Peter Mühlbauer</a>, noch sonst einE KritikerIn zu dem Streichungsantrag bei mir nach meiner Motivation gefragt. Ich will hier aber nicht über die Qualität von Meinungsartikeln und Blogs streiten.</p>
<p><strong>Warum streichen?</strong><br />
Ich bin Verfechter einer radikalen Verkürzung der Schutzfristen. Gemeinsam mit <a href="http://www.malte-spitz.de/themen/medienpolitik/3407535.html">Malte Spitz</a>, <a href="http://www.irights.info/?q=node/2037">Konstantin von Notz</a> und vielen anderen haben wir bereits in unserem gemeinsamen Diskussionspapier „<a href="http://www.gruene-bag.de/cms/default/dok/376/376182.pdf">Grüne Urheberrechtspolitik im 21. Jahrhundert</a>“ die <em>„Entmonopolisierung und beschleunigte Teilhabe durch Verkürzung von Schutzfristen“</em> gefordert. Schutzfristen im Urheberrecht können bedeuten, dass das Recht zu kommerziellen Verwertung und damit u.U. auch die Veröffentlichung sowie auch die nichtkommerzielle Nutzung der Werke für eine bestimmte Zeit ausschließlich beim Erstveröffentlicher bleiben. Wegen überzogen langen Schutzfristen (70 Jahre nach dem Tode des/der UrheberIn) und einer fehlenden verpflichtenden Registrierung der Rechteinhaber können mehr und mehr &#8220;verwaiste Werke&#8221; entstehen (d.h.  es ist unklar, ob und welche Schutzrechte bestehen und wo eine Genehmigung zur Verwendung eingeholt werden kann). Diese Schutzfristen behindern wissenschaftlichen, künstlerischen und kulturellen Fortschritt und sind ein Prellbock für die Kreativität in ganz vielen Bereichen. Die bloße Verkürzung auf die hier vorgeschlagenen fünf Jahre löst deshalb das Problem nicht, dass „verwaiste Werke“ entstehen, da die dafür notwendige Registrierungsstelle in dem Antrag fehlt. Zudem halte ich eine Verkürzung der Schutzfrist auf fünf Jahre zu Lebzeiten des Künstlers oder der Künstlerin für realitätsfremd.Dass beispielsweise mein Kollege <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,202798,00.html">Hans-Christian Ströbele jedes Mal daran verdient</a>, wenn im Radio oder Fernsehen der legendäre <em>„Tooor, Tooor, Tooor. Tor für Deutschland!&#8221;</em>-Schrei der WM 1954 wiederholt wird, verstehe ich nicht &#8211; auch wenn ich es ihm persönlich gönne (er spendet ja die Einnahmen).</p>
<p>Deshalb möchte ich nochmals auf die Begründung unseres Streichungsantrags verweisen, der von seinen AntragstellerInnen unter Umständen aus unterschiedlicher Motivation heraus gestellt wurde:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Angesichts des derzeit noch rechtlich ungelösten Umgangs mit sogenannten „verwaisten Werken“ im Zuge des Digitalisierungsverfahrens (z.B. der Deutschen Digitalen Bibliothek und Europeana) sind Reformen des Urheberrechtes dringend erforderlich. Allerdings gibt es bezüglich der politischen Ausgestaltung einer Flexibilisierung von Schutzfristen unterschiedliche Auffassungen. Diese müssen im Hinblick auf die komplexe Thematik in einer dafür eingerichteten Arbeitsgruppe diskutiert und abschließend geklärt werden.</p>
<p>Das Urheberrecht ist ein juristisch komplexes Gebilde, dessen Änderungen zudem gegen eine starke Lobby erkämpft werden müssen, um ein für UrheberInnen und NutzerInnen zugleich faire Lösungen zu finden. In diesem Konflikt zwischen UrheberInnen, VerwerterInnen und NutzerInnen treten wir Grünen seit langem für die gesetzliche Einführung einer <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/netzpolitik/dok/278/278135.eine_kulturflatrate_ist_machbar.html">Kulturflatrate</a>. Nun stehen wir bei den Schutzfristen erneut vor einem juristischen Giganten, dem man durch Schnellschüsse nicht Herr werden kann. Ich möchte deshalb gerne in meiner Partei die Zeit bis zur nächsten Bundestagswahl dafür nutzen, in einer Arbeitsgruppe nach geeigneten Möglichkeiten der Reformierung zu suchen. Ich verstehe und teile die Argumente für eine radikale Verkürzung der Schutzfristen, sehe aber auch die Sorgen und Nöte der UrheberInnen.</p>
<p>Gegen die Kritik an unseren Reformvorstellungen habe ich mich in einem Schreiben gemeinsam mit Konstantin v. Notz, Claudia Roth und Jerzy Montag <a href="http://gruen-digital.de/wp-content/uploads/2011/11/Antwortschreiben_Interessensverbände.pdf" target="_blank">hier</a> gewandt.</p>
<p><strong>Meckern statt Machen ist keine Netzpolitik, sondern unpolitisch!</strong><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/piratenpartei-vergisst-ihr-gruendungsprinzipien-raubkopierer-in-die-parlamente-1.1183236-2"><br />
Statt nur davon zu reden</a>, die Urheberrechtsfragen auf die Agenda der Parlamente heben zu wollen, sind wir Grüne seit Jahren damit beschäftigt. Es ist mir zu absolutistisch, hier nur an eine einzig richtige Wahrheit zu glauben, wenn noch gar nicht alle Optionen auf dem Tisch liegen.</p>
<p>Zuletzt möchte ich auf das <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/unser-wahlprogramm.html">Bundestagswahlprogramm der Grünen aus dem Jahr 2009</a> aufmerksam machen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wie schon im Patentrecht treten wir ein für grundlegende Reformen der bestehenden Urheberrechtsgesetzgebung in Deutschland und der EU sowie der übergeordneten Institutionen und Verträge. Wir drängen in eine Richtung, die zuvorderst BürgerInnen, KünstlerInnen, ForscherInnen, Schulen und Universitäten nützt und nicht der Medien- und Geräteindustrie oder Verlagsgiganten. Die Notwendigkeit einer Vergütung für die Schaffung geistiger Werke erkennen wir an. Pauschale Vergütungsmodelle stellen daher die Zukunft für einen fairen Interessenausgleich im digitalen Raum dar. Kernstück sind dabei die freie digitale Privatkopie und eine faire Lösung beim Urheberrecht im Internet. Diese Lösung muss in erster Linie Künstlerinnen und Künstler angemessen vergüten sowie Nutzerinnen und Nutzer nicht pauschal kriminalisieren, wenn sie Angebote downloaden. Die Einführung einer Kulturflatrate, die die nicht-kommerzielle Nutzung von digitalen Kulturgütern ermöglicht, kann ein richtiger Weg dahin sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/11/24/schutzfristen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tweet, tweet, tweet, wir haben uns alle lieb.</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/11/03/tacheles/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/11/03/tacheles/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 09:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperre]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik1.0]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=398</guid>
		<description><![CDATA[Auf dem Weg nach Duschanbe auf meiner Delegationsreise nach Tadschikistan konnte ich während des Flugs über die netzpolitische Schwimelei der Union nachdenken (etwas verspätet jetzt im Netz, da hier Nertzanschluss noch keine Selbstverständlichkeit ist, im Gegenteil!). In den Sozialen Netzwerken machen diese dorobaeraltmaiers einen auf gute Laune und digitale Avantgarde. Politisch machen sie für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf dem Weg nach Duschanbe auf meiner <a href="http://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2011/pm_111027.html" target="_blank">Delegationsreise nach Tadschikistan</a> konnte ich während des Flugs über die netzpolitische Schwimelei der Union nachdenken (etwas verspätet jetzt im Netz, da hier Nertzanschluss noch keine Selbstverständlichkeit ist, im Gegenteil!). In den Sozialen Netzwerken machen diese dorobaeraltmaiers einen auf gute Laune und digitale Avantgarde. Politisch machen sie für die Freiheit im Netz keinen Finger krum. Man werfe nur einen<a href="http://gruen-digital.de/tag/enquete/" target="_blank"> Blick in die &#8220;Internet-Equete&#8221;</a>. Hier blogge ich meine Sorgen um die Augenwischerei der Konservativen auf dem Weg in eine große Koaltion. Und wenn alles schief läuft, sind die Piraten objektiv betrachtet (Nolens volens) dabei ihre Steigbügelhalter.<span id="more-398"></span></strong><strong></strong></p>
<h1>Na, dann mal Tacheles2.0</h1>
<p>Die Reaktion der Union auf <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/internetregulierung-volker-beck-netzanschluss-ist-menschenrecht-11511465.html" target="_blank">„Menschenrecht auf Netzzugang“ (FAZ 31.10.2011)</a>  und <a href="../../2011/10/31/pipio-ergo-sum/#more-378" target="_blank">„pipio ergo sum“</a> auf „Beckstage“ erreichte mich, bevor ich vom tatsächlichen Erscheinen meines Artikels in der FAZ Kenntnis hatte. <a href="http://twitter.com/#%21/dorobaer" target="_blank">@DoroBaer</a> tweetete fast schon beleidigt, weil ihr Name nicht in der FAZ stand, <a href="http://twitter.com/#%21/DoroBaer/status/130899715129753600" target="_blank">dies</a></p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #333333;">&#8220;Hätte <a href="http://twitter.com/#%21/Volker_Beck" target="_blank"><span style="color: #333333;">@</span></a><a href="http://twitter.com/#%21/Volker_Beck" target="_blank"><span style="color: #333333;">Volker_Beck</span></a> Größe bewiesen hätte er aus der Union heute im <a href="http://twitter.com/#%21/FAZ_Feuilleton" target="_blank"><span style="color: #333333;">@FAZ_Feuilleton</span></a> <a href="http://twitter.com/#%21/petertauber" target="_blank"><span style="color: #333333;">@petertauber</span></a> oder <a href="http://twitter.com/#%21/tj_tweets" target="_blank"><span style="color: #333333;">@tj_tweets</span></a> erwähnt. Nicht nur Innenpol.!&#8221;</span></p>
<p>und <a href="http://twitter.com/#%21/DoroBaer/status/130916654422032384" target="_blank">jenes</a></p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<a href="http://twitter.com/#%21/Volker_Beck" target="_blank">@Volker_Beck</a> Da hätte ja der Tenor der bösen Internetausdrucker und -abschalter nicht mehr gepaßt! <a href="http://twitter.com/#%21/peteraltmaier" target="_blank">@peteraltmaier</a> <a href="http://twitter.com/#%21/petertauber" target="_blank">@petertauber</a> <a href="http://twitter.com/#%21/tj_tweets" target="_blank">@tj_tweetshnt</a>. Nicht nur Innenpol.!&#8221;</p>
<p>und ein paar Stunden später meldete sich ein <a href="http://twitter.com/#%21/hildwin" target="_blank">@hildwin</a>, der Leiter von <a href="http://twitter.com/#%21/cducsubt" target="_blank">@cducsubt</a>, zu Wort und äußerte seine private Meinung auf einer Linie mit <a href="http://twitter.com/#%21/dorobaer" target="_blank">@dorobaer</a></p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #888888;">„Die Freiheit im Internet ist damit also gerade kein parteipolitischer Zankapfel, sondern selbstverständlicher Grundkonsens unserer Gesellschaft.“</span></p>
<p>Diese Botschaft ist bei den Konservativen überall zu finden: Es ist schwierig. Wir sind alles Lernende. Allenfalls die „Netzis“ (Originalton-Altmaier) oder die Piraten haben’s drauf. Oder wie es Peter Altmaier hilflos in der <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/politik-und-internet-mein-neues-leben-unter-piraten-11493287.html" target="_blank">FAZ</a> schrieb:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #333333;">„Aus Sicht der Politik liegt das Problem mit der Netzpolitik allerdings darin, dass sehr wenige davon fast alles und sehr viele davon fast nichts verstehen. Das liegt daran, dass sich die reale Welt und die virtuelle Welt des Netzes über viele Jahre parallel zueinander entwickelt haben.“</span></p>
<p><strong>Wir haben uns alle lieb bei Twitter.</strong> <a href="http://twitter.com/#%21/dorobaer" target="_blank">@dorobae</a>r bestellt darüber Sachertorte und <a href="http://twitter.com/#%21/peteraltmaier" target="_blank">@peteraltmaier</a> sammelt Häkelschweine. Aber am Ende geht es um Politik und nicht um Bauklötzchenstaunen beim „Internetgucken“. Oder wie es treffend unser grüner netzpolitischer Sprecher, <a href="http://twitter.com/#%21/KonstantinNotz" target="_blank">@KonstantinNotz</a>, einmal sagte: „Was zählt ist auf dem Platz!“. Doch <a href="http://twitter.com/#%21/hildwin" target="_blank">@hildwin</a> und <a href="http://twitter.com/#%21/peteraltmaier" target="_blank">@peteraltmaier</a> wollen die PolitikerInnen ein bißchen dumm reden, nach dem mit Motto: Wir wissen alle nichts, außer eben diese Piraten, mit ihren „ausgetüftelten Computern“. Aber das ist falsch. Auch wenn sich meine Programmiergrundkenntnisse auf längst Vergessenes beim dBase Programmieren in der Schule und etwas Studium der Computerlinguistik an der Uni Stuttgart in den 1980-er Jahren beschränken, meine ich die entscheidenden Entwicklungen in ihrer kulturelle, grundrechtlichen und politischen Dimension dennoch verstanden und daraus meine Schlüsse gezogen zu haben:</p>
<ol start="1">
<li>Die Digitalisierung erfordert neue Ideen im Urheberrecht, da die klassischen Maximen des Urheberrechtes bei Privatkopien nur noch symbolisch und exemplarisch per Abmahn-Guillotine durchzusetzen sind. Gleichheit vor dem Recht, Verhältnismäßigkeit und die legitimen Interessen vieler Autoren und Künstler , aber eben auch der Nutzer bleiben dabei auf der Strecke.</li>
<li>Das entscheidende Rechtsproblem des Netzes ist seine Globalität, nicht fehlendes Recht. Mit nationalstaatlicher Rechtssetzung kommt man nicht weit. Für autoritäre Regime ist ein freies Internet per se eine Gefahr, deshalb brauchen wir eine Allianz und Kooperation demokratischer Staaten, die die Freiheit des Netzes und legitime Rechtsdurchsetzung gleichermaßen als ihre Mission sieht.</li>
<li>Dieses offline-online- Ding: Warum lassen wir den Sicherheitsbehörden online Dinge durchgehen, die offline zu einem Sturm der Empörung geführt hätten?</li>
</ol>
<p>Das thematisiert auch <a href="http://twitter.com/#%21/hildwin" target="_blank">@hildwen</a>, der sich in seinem Blog als Veteran der Volkszählungsboykottbewegung  zu erkennen gibt und damit die geistige Ahnherrenschaft für das „Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung“ gleich ein wenig mit für die Union reklamiert.  Da kann man echt nur noch lachen! Deshalb jetzt mal die Fakten auf den Tisch: In der &#8220;offline Welt&#8221; würde man sich eine Hausdurchsuchung ohne Information des Untersuchten und heimlicher Ablichtung persönlicher Aufzeichnungen nicht gefallen lassen. Doch <a href="http://twitter.com/#%21/peteraltmaier" target="_blank">@peteraltmaier</a> und <a href="http://twitter.com/#%21/dorobaer" target="_blank">@dorobaer</a> haben am 12.11.2008 (<a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/16/16186.pdf" target="_blank">Siehe Plenarprotokoll Seite 72</a>) ohne hörbare Kritik für das BKA-Gesetz (inkl. online-Durchsuchung) gestimmt. Und welch Überraschung, der <a href="http://twitter.com/#%21/thomasoppermann" target="_blank">@thomasoppermann</a> war natülich auch dabei. Es grenzt an schizophrene Züge, &#8220;offline&#8221;, also im Bundestag, die Grundrechte im Internet abzuschaffen und &#8220;online&#8221; dann so zu tun, als sei man everybodys Darling der Netz-Community. Bislang galt der folgende Grundsatz des Bundesverfassungsgerichts für Datenerfassungen:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #333333;">&#8220;Dem Einzelnen soll das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, gerade in seinen privaten Wohnräumen gesichert sein&#8221;</span></p>
<p>Diesen Grundsatz hat das Bundesverfassungsgericht selbst – unter hohen rechtlichen und technischen Hürden freilich– für die neuen Kommunikationstechnologien durchbrochen. Unter technisch wahrscheinlich kaum darstellbaren Bedingungen darf man die Spuren des Kommunikatiosverhaltens unbescholtener Bürgerinnen und Bürger aufzeichnen. Die perfide Logik ist dabei: Weil unter der Summe aller auch die Strizis sind, denen man mit Ermittlungen im Bereich ihrer Kommunikationsdaten auf die Spur zu kommen gedenkt. Ein Dammbruch, wenn man bedenkt, dass sonst die Datenerhebung nur unter Voraussetzung der Zweckbestimmung und solange hierfür erforderlich, gestattet wird. Die ED-Behandlung, die vergleichsweise harmlosere Daten erhebt (Fingerabdruck, Lichtbild) hat höhere rechtliche Hürden als die Erhebung unserer gesamten Kommunikationsdaten, die Aufschluss über unsere zeitlich und örtlich genau definierten Bewegungsmuster (<a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-02/vorratsdaten-malte-spitz" target="_blank">siehe Malte Spitz in der Zeit</a>) und unsere Kommunikationspartner gibt.</p>
<p>Die Digitalisierung von Daten zusammengenommen mit der erhöhten Leistungsfähigkeit der Computer hat vergleichsweise harmlosen Datenbeständen, die dereinst in Aktenordnern oder auf Kartei- bzw. später Lochkarten schlummerten, eine neue Brisanz verliehen. Sie lassen sich heute durchsuchen und zusammenführen, um damit personenbezogene Profile zu generieren. Wer hierauf Zugriff hat &#8211; ob Staat oder Private &#8211; hat eine Macht, die es so vorher nicht gab und die über Schicksale entscheiden kann.</p>
<p>Deshalb gilt: Datenarmut ist der beste Datenschutz. Und: Was offline keine Akzeptanz hat, darf man dem Staat oder Unternehmen online erst recht nicht durchgehen lassen. Die Digitalisierung erfordert beim Datenschutz neue und höhere Standards. Hierzu fehlt bei dem neue-Chancen-des-Internet-<wbr>Gesülze von Merkel und ihren Followern jede klare und konkrete Aussage.Wir fragen mal ganz altmodisch: Sag mir wir wo du stehst und welchen Weg Du gehst? :</wbr></p>
<ul>
<li>Kämpft Ihr mit uns für eine freies Internet, ohne Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und für eine Verbesserung des Datenschutzes bei Staat und Wirtschaft?</li>
<li>Wo ist Euer Einsatz für ein Recht auf kommunikative Grundversorgung und die entsprechende flächendeckende Breitbandverkabelung? oder</li>
<li>Wollt Ihr nur ein bißerl bloggen, etwas twittern und mit uns Torte essen und Häkelschweine tauschen?</li>
</ul>
<p>Wenn <a href="http://twitter.com/#%21/peteraltmaier" target="_blank">@peteraltmaier</a> gerade Bauklötzchen staunend Twitter und das Netz erorbert und <a href="http://twitter.com/#%21/dorobaer" target="_blank">@dorobaer</a> weiter nur darauf ist, dass sie jemand bei Twitter zur Sachertorte einlädt, lenkt das vom Wesentlichen ab: Die Union hat ein Interesse an der Optik, der Community vorzumachen, dass irgendwie alle Parteien gleichermaßen zur Freiheit im Netz indifferent bis ablehnend seien – bis auf diese Piraten. Das ist natürlich Kalkül: Berlin direkt hat es klar gemacht: Peter Altmaier will die Piraten stärken, um Rot-Grün zu schwächen. So hofft er statt Rot-Grün, auf Merkel als Kanzlerin einer Rot-Schwarzen Großen Koalition in die nächste Wahlperiode hinüberzuretten. Gut ausgedacht, Herr PGF-Kollege, aber sehr durchsichtig! Eine große Koalition wäre der Worst-Case für eine freiheitliche Innenpolitik und damit auch für die Freiheit im Netz.</p>
<p>Deshalb müssen sich die Piraten und ihre Wähler mit der Frage auseinandersetzen, was ihre Funktion in dieser Auseinandersetzung ist. Die aktuelle Debatte verheißt nichts Gutes.<a href="http://twitter.com/#%21/Schmidtlepp/status/130734977372536832" target="_blank"> Und Christopher Lauer hat es eingestanden</a>:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #333333;">&#8220;Aber der <a href="http://twitter.com/#%21/Volker_Beck" target="_blank"><span style="color: #333333;">@Volker_Beck</span></a> hat recht: Kommen #Piraten in BT wird Koalition wahrscheinlich, die gegen Piratenthemen arbeitet.&#8221;</span></p>
<p>Wenn Piraten programmatisch und strategisch nicht klar machen können, wie und mit wem sie die Freiheit im Netz stärken können und wollen und was sie dafür bereit sind in Feldern mit weißen Flecken ihrer Programmatik mitzutragen, sind sie nicht mehr als Steigbügelhalter einer großen Koalition. Während der letzten großen Koalition verbreitete die Netzgemeinde #Stasi2.0 und #Zensursula als Hashtag und beschrieb damit &#8211; zugegeben etwas grob &#8211; die großen Linien der damaligen Innenpolitik. Das will keiner zurück haben &#8211; außer die sich im Sinkflug befindende Union. Dies sollten wir ihr aber nicht durchgehen lassen.</p>
<p>Da steht noch eine ernste Diskussion an. Denn Parteien und Kirchen haben einen wesentlichen Unterschied:<br />
Einer Kirche reicht der rechte Glaube. Eine Partei ist darauf aus, vom erkannten Richtigen etwas ganz konkret durchzusetzen und nicht das Gegenteil davon zu bewirken.</p>
<p><em>P.S.: Das Netz ist sowohl Kanal für Kommunikation als auch Gegenstand von Politik und Recht. Das Nutzen des Kanals durch Altmaiers Netzis sollte man nicht mit einer konsequenten Parteinahme für die Freiheit im Netz verwechseln.</em></p>
<p><em>P.S.S.: Ich mag den @peteraltmaier als Mensch, aber seine Partei steht für eine Politik des Internets, die auf Abbau der Bürgerrechte und Grundfreiheiten setzt und Integrität und Zugang zum Internet in ihrer sozialen und freiheitlichen Dimension negiert. Über diese Differenz können wir nicht hinwegzwitschern.</em></p>
<p style="text-align: right;">Soviel aus Tadschikistan zur deutschen Netzpolitik. Für heute.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/11/03/tacheles/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>20</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pipio ergo sum.</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/10/31/pipio-ergo-sum/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/10/31/pipio-ergo-sum/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 09:02:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperre]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik1.0]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=378</guid>
		<description><![CDATA[Mit dem Internetzeitalter wächst Paul Valérys Satz „man muß sich darauf gefaßt machen, daß so große Neuerungen die gesamte Technik der Künste verändern, dadurch die Invention selbst beeinflussen und schließlich vielleicht dazu gelangen werden, den Begriff der Kunst selbst auf die zauberhafteste Art zu verändern“ erst zu seiner Größe heran. Walter Benjamin stellt dieses Zitat seinem wegweisenden Werk „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ voran. Benjamins These ist, die Kunst und ihre Rezeption seien besonders durch die Entwicklung von Photographie und Film, also der Möglichkeit der massenhaften Reproduktion und der veränderten Abbildung der Wirklichkeit und damit einer veränderten kollektiven Wahrnehmung, selbst einem Wandel unterworfen. Die Neuerungen haben heute nicht nur die gesamte Technik der Künste verändert, sondern die Welt in ihrer Gänze. 

[Text ist am XX.10.2011 in stark modifiziert im Feuilleton der FAZ erschienen]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><span style="color: #808080;"><span style="font-size: x-small;"><img class="alignnone size-medium wp-image-392 aligncenter" title="faz" src="http://beckstage.volkerbeck.de/wp/wp-content/uploads/2011/10/faz-500x238.jpg" alt="" width="550" height="238" /></span></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><span style="font-size: x-small;">[Der Beitrag ist modifiziert am 31.10.2011 unter dem Titel "Netzanschluss ist Menschenrecht</span><span style="font-size: x-small;">" im Feuilleton der FAZ erschienen]</span></span></p>
<p>Mit dem Internetzeitalter wächst Paul Valérys Satz „man muß sich darauf gefaßt machen, daß so große Neuerungen die gesamte Technik der Künste verändern, dadurch die Invention selbst beeinflussen und schließlich vielleicht dazu gelangen werden, den Begriff der Kunst selbst auf die zauberhafteste Art zu verändern“ erst zu seiner Größe heran. Walter Benjamin stellt dieses Zitat seinem wegweisenden Werk „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ voran. Benjamins These ist, die Kunst und ihre Rezeption seien besonders durch die Entwicklung von Photographie und Film, also der Möglichkeit der massenhaften Reproduktion und der veränderten Abbildung der Wirklichkeit und damit einer veränderten kollektiven Wahrnehmung, selbst einem Wandel unterworfen. Die Neuerungen haben heute nicht nur die gesamte Technik der Künste verändert, sondern die Welt in ihrer Gänze. Diktaturen stürzen in sich zusammen, weil die Menschen dank Google, Facebook und Twitter plötzlich von Werten wie Demokratie und Menschenrechten erfahren und sich im Netz organisieren. Nahezu unbegrenzt ist der Zugang zu nützlichen oder vielen irrelevanten Informationen. Suchmaschinenfirmen, die uns helfen dieser Informationsflut Herr zu werden, entwickeln sich zu den politisch und wirtschaftlich mächtigsten Unternehmen der Welt. Der Zugang zu Kunst und Kultur entkoppelt sich zunehmend vom Einkommen, auch wenn dies zum Teil sehr zum Leidwesen der Kulturschaffenden geschieht.<span id="more-378"></span> Ob man Mitglied einer Minderheit oder Anhänger selbst des absurdesten Fetisches oder Hobbies ist: In dieser Welt finden wir unseres Gleichen. Wir zahlen reales Geld für virtuelle Streitäxte im Rollenspiel World of Warcraft und können im Gegenzug unsere Twitter-Accounts für viel Geld verkaufen (Laut <a href="http://tweetvalue.com/" target="_blank">tweetvalue.com</a> ist beispielsweise mein Twitter-Account <a href="http://twitter.com/Volker_Beck" target="_blank">@Volker_Beck</a> 2.710 Dollar wert und der von <a href="http://twitter.com/ladygaga" target="_blank">@LadyGaga</a> 127.458 Dollar).Und wer am Abend in der Kneipe neunmalklug daher kommt, kann sich des Widerspruchs der Wikipedianerinnen und Wikipedianer am Nebentisch gewiss sein. Die Welt hat sich nicht nur im Informationsfluss verändert. Die Welt ist auch näher zusammen gewachsen. Über Soziale Netzwerke sind wir heute live dabei, wenn unsere Freunde in den USA heiraten, wenn im Nahen Osten ein Terroranschlag geschieht, wer in der nächsten Saison in der Kreisliga spielen wird und was gerade Justin Bieber so treibt.</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Die top-down Kommunikation hat ausgedient</strong></span><br />
Ich twittere, also bin ich &#8211; pipio ergo sum. Informationen rauschen in Höchstgeschwindigkeit durch unsere Timeline. Manche Historiker werden in 2.000 Jahren an dem Wust von Belanglosigkeit verzweifeln, andere sich vielleicht aber auch freuen, dass so massenhaft nicht-offizielle Quellen zur Mentalitätsgeschichte überliefert sind. Wer Twitter liest, weiß nicht zwingend mehr, aber vieles früher. Der politische Schlagabtausch wird durch Tweets schneller und kompakter. Politiker lernen plötzlich, sich in 140 Zeichen kurz zu fassen. Selbstverständlich hat hier auch Twitter in der Kommunikation seine Grenzen. Differenzierte Debatten leiden zuweilen unter Oberflächlichkeit und populistischer Vereinfachung. Doch die top-down Kommunikation hat ausgedient. Man muss sich darauf einlassen: Für Menschen, die am öffentlichen Leben und seinen Debatten teilhaben, führt heute kein Weg an sozialen Netzwerken vorbei. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern nur noch wie. Eigentlich muss man den Menschen nur einen Internetanschluss geben. Von da an gehen sie ihren Weg im World Wide Web allein. Die Einzigen, so entsteht gerne der Eindruck, die keine Ahnung davon haben, wie das Internet funktioniert, was dort passiert und wie man mögliche Gefahren und Probleme zu bewerten und bewältigen hat, ist Vater Staat und die Konservativen. Manchmal meint man, die Bundestagskollegen vom Kaliber Uhl und 3-Strikes-Kauder würden das Internet am liebsten noch einmal fürs Archiv ausdrucken und dann abschalten.</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Das &#8220;Computer-Grundrecht&#8221;</strong></span><br />
Das Internet muss deshalb oft als der „böse Fremde“ herhalten. Hier tauschen Terrorgruppen ihre Bombenbaupläne aus und Betrügerinnen und Betrüger füllen ihre Taschen mit unserem Geld. Sex gibt es an jeder Ecke und in der Anonymität können wir wüst unseren Nächsten beschimpfen. Wenn man möchte, kann man das Internet auch aus dieser Perspektive sehen. Damit tut man ihm aber erstens unrecht und zweitens verstellt man damit den Blick auf seine Chancen. Wie bereits mein Twitterkollege <a href="http://twitter.com/peteraltmaier" target="_blank">@PeterAltmaier</a> kürzlich im <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/politik-und-internet-mein-neues-leben-unter-piraten-11493287.html" target="_blank">Feuilleton der FAZ</a> schrieb, vollzieht sich im Netz erstmals die politische Freiheit und Gleichheit der Bürgerinnen und Bürger in Permanenz. Gewiss, wie <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/netzfreiheit-die-antwort-der-piraten-11495541.html" target="_blank">Pawel Mayer in der FAZ</a> richtiger Weise  antwortete, macht ein twitternder Altmaier macht noch keinen netzpolitischen Frühling bei den Konservativen. Trotzdem würde ich ihn für diese Erkenntnis bei Twitter faven oder bei Facebook liken, denkt er doch deutlich weiter als seine internetphoben Kollegen. Aber was heißt das: Freiheit und Gleichheit, wenn wir auch Sicherheitsbedürfnisse und den Schutz von Opfern von Straftaten im gleichen Maße mitdenken müssen? 2008 hatte deshalb das Bundesverfassungsgericht im Streit um das Ausspähen von Computern durch den nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz ein »Computer-Grundrecht« eingeführt. Zwar lässt Karlsruhe damit das Ausspähen von Computern zum Schutz vor gravierenden Gefahren grundsätzlich zu. Allerdings müssen die Online-Fahnder hohe Hürden nehmen. Hürden, die man mit dem nun entdeckten Staatstrojaner &#8211; ohne überhaupt zum Sprung anzusetzen &#8211; umrannte. Dieses neue Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme gilt zwar nicht schrankenlos, aber für Grundrechtseingriffe muss eine konkrete Bedrohung für Menschenleben oder den Bestand des Staates vorliegen. Ein Richter muss zudem die Durchsuchung anordnen. Und intime Daten müssen geschützt bleiben oder bei der Auswertung sofort gelöscht werden. Doch das Bundesverfassungsgericht hat als Respektsinstanz bei den Unionshardlinern offenbar ausgedient. Dabei müsste sich allen voran die Law &amp; Order Truppe an Entscheidungen des höchsten Gerichts halten. Die Uhls, Herrmanns und Friedrichs dieser Republik müssten daher zu einer Überwachungssoftware, die nicht im eng gesteckten Rahmen des Bundesverfassungsgerichts arbeitet, entschieden Nein sagen. Stattdessen wurde aber klarer Rechtsbruch von jenen begangen, die eigentlich die freiheitlich-demokratische Grundordnung verteidigen sollen. Der <a href="http://www.ccc.de/" target="_blank">Chaos Computer Club</a> hat sich hier als effizienter Wächter der Grundrechte von Menschen im Internet bewiesen. Doch eigentlich braucht es eine offzielle, dem Bundesbeauftragten für Datenschutz ähnliche, unabhängige Stelle, die den Staat dabei überwacht, wenn er in das digitale Leben seiner Bürger eindringt. Denn der demokratische Rechtsstaat delegitimiert sich mit solch krimineller Energie selbst.</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Es muss immer das mildeste Mittel eingesetzt werden</strong></span><br />
Wenn man Telefonüberwachung bei konkretem Verdacht von schweren Straftaten oder in einer besonderen Gefahrensituation, wie einem geplanten Terroranschlag, zulässt, wäre es widersprüchlich, Telefonate, die via VoIP (Voice-over-IP) geführt werden, generell auszunehmen. Bei einem Trojaner handelt es sich allerdings um einen besonderen Grundrechtseingriff. Auch für Telefonüberwachung gilt: Es muss immer das mildeste Mittel eingesetzt werden. Bei Skype, der wohl gängistens VoIP-Kommunikationsform, ist der Trojaner heute offenbar technisch verzichtbar. Damit ist er unter Verhältnismäßigkeitsgesichtspunkten nicht erlaubt. Ob es sich bei der Bildtelefonie durch die Bildübertragung nicht um eine besonders intime und damit besonders schützenswerte Kommunikation handelt, müssen wir diskutieren. Neben dem Abhören der Kommunikation kommt zusätzlich der grundrechtsrelevante Eingriff in die Integrität des Comuputers hinzu. Und vor allem darf der Staat seine Bürgerinnen und Bürger nicht unter Generalverdacht stellen und die Informationen über das Kommunikationsverhalten auf Vorrat speichern, um im Zweifel gegen jeden etwas in der Hand zu haben.</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Das Internet: ein randalierender Mob mit schwarzer Motorradmaske?</strong></span><br />
Im Netz suchen aber nicht nur die Kriminellen mit ihren <a href="http://netzpolitik.org/2011/aktuelle-stunde-im-bundestag-zum-staatstrojaner/" target="_blank">&#8220;ausgetüftelten&#8221;</a> Computern ihre Anonymität, wie es der internetphobe Abgeordnete Uhl erst diese Woche im Bundestag beklagte. Es ist nachvollziehbar, wenn Menschen nicht mit Foto, Klarnamen und ihren personenbezogenen Daten durch das Netz surfen wollen. In autokratischen Staaten, wie dem Iran, kann das lebensgefährlich sein. Bei uns dient Anonymität im Wesentlichen dem Schutz der eigenen Persönlichkeit. Das ist Argument genug. Wer möchte schon im Forum für anonyme Alkoholiker oder HIV-Positive mit seinem oder ihrem Namen über persönliche Probleme sprechen? Und selbst wenn es nur ein vergleichsweise harmloses Modeblog ist: Wer sich mit seinem Pseudonym an Debatten beteiligen möchte, muss das auch dürfen. Jugendlichen ist sogar dazu zu raten. Denn das Netz vergisst nichts und Arbeitgeber wissen, wie sie ihre Bewerberinnen und Bewerber googeln. Aber solche Schutzbedürfnisse interessieren Konservative kein bisschen. Sie sehen in der Anonymität eine Gefahr und fordern deshalb Klarnamen. Ein <a href="http://netzpolitik.org/2010/vermummungsverbot-im-internet/" target="_blank">„Vermummungsverbot im Internet“</a>. Es entsteht der Eindruck, das Internet sei ein randalierender Mob mit schwarzer Motorradmaske. Statt den Untergang des Abendlandes zu prophezeien, würde Sachlichkeit der Debatte gut tun. Ohne Zweifel: Aus der Anonymität heraus werden Straftaten begangen und werden Menschen zum Hass aufgestachelt. Ich glaube zu wissen, wovon ich hier spreche. Wenige Politiker werden so wie ich regelmäßig vom führenden deutschsprachigen Portal für Rassisten (<a href="http://www.fr-online.de/die-neue-rechte/-politically-incorrect--im-netz-der-islamfeinde,10834438,10835026.html" target="_blank">„Politically Incorrect“</a>) und den christlichen Hasspredigern von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuz.net" target="_blank">Kreuz.net</a> durch den Dreck gezogen. Es gibt keine homophobe, rassistische oder antisemitische Beschimpfung, die ich dort noch nicht gelesen habe: falsche Behauptungen, üble Nachrede bis hin zum Aufruf zu Gewalt oder gar Mord. Wer hinter den Pseudonymen steckt, lässt sich nur schwer heraus finden. Wenn es sich um tatsächliche Straftaten handelt oder auf diese Weise verbreitete Lügen einem Menschen massiv schaden, fehlen den Behörden die Werkzeuge. Die gewohnten nationalstaatlichen Rechtdurchsetzungsformen kommen im globalen Netz oftmals an ihre Grenzen. Die autoritäre Antwort ist darauf, diese Inhalte zu sperren. Dass heißt, wir halten uns die Augen zu und plötzlich sind die Probleme verschwunden. Löschen ist dagegen die richtige Antwort. Bei der Entfernung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen funktioniert das weltweit relativ gut. Kein Staat möchte diese Server in seinem Land haben. Doch bei Aufrufen zu Hass und Gewalt ist die Situation schon eine Andere. Dafür gibt es bisher keine internationalen Abkommen. Ziel sollte es sein, ohne die nationalen Auslegungen der Freiheitsrechte einzuschränken die Möglichkeiten zu schaffen, in besonders schweren Fällen Inhalte zu löschen. Die britische Regierung hat die Notwendigkeit von internationaler Kooperation erkannt und für Anfang November zu einer Konferenz geladen. Ob daraus die Initialzündung für eine Diskussion über die supranationale Kooperation demokratischer Staaten bei der Verteidigung der Freiheit des Netzes und der Persönlichkeitsrechte seiner Nutzerinnen und Nutzer wird oder wieder nur eine neue von Kontrollwut, scheint noch nicht entschieden zu sein.</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Datenarmut ist der beste Datenschutz</strong></span><br />
Wer die Freiheit im Netz verteidigen möchte, muss auch die Spannungen zwischen den unterschiedlichen Freiheitsrechten und die technischen Entwicklungen reflektieren. So auch beim Urheberrecht, selbst wenn es hier nicht um Leben oder Tod geht, geht es da aber sehr wohl um Existenzen. Auch hier ruft der Konservative zuerst nach Internetsperren, bevor er nachdenkt. Der globale Kommunikationsraum Internet, Digitalitisierung und wachsende Speicher- und Suchmöglichkeiten haben unsere Welt revolutioniert. Auch für den Datenschutz gibt es neue Herausforderungen seit unsere Daten aus Karteikästen und Aktenschränken auf elektronische Datenträger gewandert sind. Das exponenzielle Anwachsen von personenbezogenen Daten bei der Privatwirtschaft und der staatliche Zugriff auf diese Bestände erzwingen einen völlig neuen Stellenwert des Datenschutzes. Datenarmut ist der beste Datenschutz. Das informationelle Selbstbestimmungsrecht und das IT-Grundrecht müssen durch Aufnahme ins Grundgesetz gestärkt werden. Wer der ungehinderten Datensammelei durch Staat, Google, Facebook &amp; Co. tatenlos zusieht, versündigt sich an den Freiheitsrechten der Bürgerinnen und Bürger.</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Vergütern statt verfolgen</strong></span><br />
Bei der Verbreitung von und dem Zugang zu Kulturgütern, insbesondere von Filmen und Musik, erlebten wir in den letzten 10 Jahren die größten Neuerungen. Durch die Möglichkeit der massenhaften Reproduktion wird das Kunstwerk durch verlustfreies Kopieren zum Klon. Die Beuys’sche Idee, dass jeder Mensch ein Künstler sei, findet im Internet ihre Umsetzung. Eine Kamera im Mobiltelefon und Youtube reichen aus, um über Nacht zum Star zu werden. Vorausgesetzt, man ist kreativ. Wer auf Ruhm durch Clicks und Likes aus ist, betritt im Internet die größte Bühne der Welt. Bekanntermaßen lebt der Mensch nicht vom Applaus allein. Das Kunstwerk ist im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit für viele gerade gut und billig geworden. Ich möchte mich nicht über die Frage streiten, wie sich dies auf die Wertschätzung für Kunst im Allgemeinen auswirkt. Mich interessiert daran die rechtliche Frage. Heute stellt für die Musikindustrie die Bedrohung von Medienkopien den wichtigsten Grund für die Umsatzeinbußen dar. Gleichzeitig weiß man, dass dieses Problem nicht in den Griff zu bekommen ist. Trotzdem kriminalisieren wir aktuell ganze Generationen von jungen Menschen, die auf Schulhöfen und im Netz ihre Musik und Filme austauschen. Das kann illegal sein, keine Frage. Aber fragen Sie doch mal in einer Schulklasse, wer noch nie eine MP3-Datei mit einem Freund oder einer Freundin getauscht hat. In der Regel machen das die Eltern vor. Die Gegenmaßnahmen der Ton- und Bildträgerhersteller sind weitestgehend hilflose Werbekampagnen und für die ertappte Person meist teure Strafanzeigen und zivilrechtliche Unterlassungsklagen. Daraus ist ein eigener Wirtschaftszweig innerhalb der Juristen erwachsen, indem sie ihr Einkommen aus zum Teil zweifelhaften Abmahnwellen bestreiten. Der von der Musikindustrie favorisierte Einsatz von Digital Rights Management (DRM)-Systemen ist bei den Konsumentinnen und Konsumenten aus vielen Gründen unpopulär. Denn bei der Nutzung entstehen beispielsweise bisher nicht vorhandene Beschränkungen und es bestehen Kompatibilitätsprobleme. In diesem Konflikt zwischen Kulturschaffenden, Industrie und Verbraucherinnen und Verbrauchern könnte die gesetzliche Einführung einer <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/netzpolitik/dok/278/278135.eine_kulturflatrate_ist_machbar.html">Kulturflatrate</a> eine Lösung sein, die wir unter Grünen und in der Netz-Community schon seit Jahren diskutierten. Dahinter steht die Idee der Legalisierung einer nichtkommerziellen Weitergabe und Vervielfältigung von digitalen, urheberrechtlich geschützten Werken. Zum Ausgleich wird eine pauschale Gebühr zur Entschädigung der Künstler erhoben. Pauschalvergütungen sind, wie etwa die Abgabe beim Kauf von Musikkassetten an die GEMA, nicht unbekannt. Statt Raubkopiererinnen und Raubkopierern mit dem Sperren des Internetzugangs zu drohen, sollten wir an der Lebenswelt orientierte Lösungen diskutieren.</p>
<p>Die von Walter Benjamin bereits in den 1930er Jahren beschriebene, durch die Reproduzierbarkeit entstandene kollektive Ästhetik, die das Internet uns bietet, entstehen neue Chancen und Gefahren. Es muss deshalb in unserem Interesse sein, dass sich durch das Internet ein Prozess der gesellschaftlichen Emanzipation fortsetzt, den es vor Gefahren politischer Vereinnahmung und autoritärer Eingriffe zu bewahren gilt. Die Netzpolitik nimmt gerade die Hürde vom Fachthema ins Zentrum der politischen Arena: Zentrale Fragen der Netzintegrität, des <a href="http://www.gruenes-blog.de/netzpolitik/1346/susanne-baer-braucht-das-grundgesetz-ein-update-burgerrechte-fur-das-internetzeitalter" target="_blank">„Anspruch auf kommunikative Grundversorgung“ (Susanne Baer)</a> und eines Grund- oder Menschenrechts auf Netzzugang werden die Agenda einer freiheitlichen und sozialen Politik zu Beginn dieses Jahrhunderts revolutionieren. Dieser Prozess hat gerade erst begonnen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/10/31/pipio-ergo-sum/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Freiheit des (Christen)Menschen und die Sexuallehre der römisch-katholischen Kirche</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/20/die-freiheit-des-christenmenschen-und-die-sexuallehre-der-romisch-katholischen-kirche/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/20/die-freiheit-des-christenmenschen-und-die-sexuallehre-der-romisch-katholischen-kirche/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 11:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualethik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=367</guid>
		<description><![CDATA[Der Papst vermag in seiner (Menschenrechts)Politik nicht zwischen der althergebrachten Sexuallehre und der römisch-katholischen Kirche zu unterscheiden. Da wo der Vatikan seine Vorstellungen von Familienrecht und Sexualpolitik zur Grundlage der für alle geltenden Gesetze zu machen sucht, verletzt er auch die negative Glaubensfreiheit aller derjenigen, die nicht an die Lehren seiner Kirche glauben können oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Papst vermag in seiner (Menschenrechts)Politik nicht zwischen der althergebrachten Sexuallehre und der römisch-katholischen Kirche zu unterscheiden. Da wo der Vatikan seine Vorstellungen von Familienrecht und Sexualpolitik zur Grundlage der für alle geltenden Gesetze zu machen sucht, verletzt er auch die negative Glaubensfreiheit aller derjenigen, die nicht an die Lehren seiner Kirche glauben können oder wollen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="font-size: medium;">Das II. Vaticanum war weiter als das Lehramt heute</span></strong></span></p>
<p>Rom war schon einmal weiter. Das 2. Vatikanische Konzil hat in seiner großen Erklärung zur Religionsfreiheit DIGNITATIS HUMANAE erstmals die theologische Bedeutung der Glaubensfreiheit für die Kirche formuliert.</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Weil die Menschen Personen sind, d.h. mit Vernunft und freiem Willen begabt und damit auch zu persönlicher Verantwortung erhoben, werden alle &#8211; ihrer Würde gemäß &#8211; von ihrem eigenen Wesen gedrängt und zugleich durch eine moralische Pflicht gehalten, die Wahrheit zu suchen, vor allem jene Wahrheit, welche die Religion betrifft. Sie sind auch dazu verpflichtet, an der erkannten Wahrheit festzuhalten und ihr ganzes Leben nach den Forderungen der Wahrheit zu ordnen. Der Mensch vermag aber dieser Verpflichtung auf die seinem eigenen Wesen entsprechende Weise nicht nachzukommen, wenn er nicht im Genuss der inneren, psychologischen Freiheit und zugleich der Freiheit von äußerem Zwang steht. Demnach ist das Recht auf religiöse Freiheit nicht in einer subjektiven Verfassung der Person, sondern in ihrem Wesen selbst begründet. So bleibt das Recht auf religiöse Freiheit auch denjenigen erhalten, die ihrer Pflicht, die Wahrheit zu suchen und daran festzuhalten, nicht nachkommen, und ihre Ausübung darf nicht gehemmt werden, wenn nur die gerechte öffentliche Ordnung gewahrt bleibt.“</p>
<p><span id="more-367"></span></p>
<p>Diese Erkenntnis auf die Menschen homosexueller Identität angewandt, muss ihnen auch die Dimension eröffnen, „von ihrem eigenen Wesen gedrängt und zugleich durch eine moralische Pflicht gehalten“, ihr Leben so zu gestalten, wie es ihr Wesen und ihre Moral verlangt &#8211; bis hin zur Eheschließung mit ihrem gleichgeschlechtlichen Partner. Denn so das Konzil weiter:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Gott ruft die Menschen zu seinem Dienst im Geiste und in der Wahrheit, und sie werden deshalb durch diesen Ruf im Gewissen verpflichtet, aber nicht gezwungen. Denn er nimmt Rücksicht auf die Würde der von ihm geschaffenen menschlichen Person, die nach eigener Entscheidung in Freiheit leben soll. … Christus …. lehnte es ab, ein politischer Messias zu sein, der äußere Machtmittel anwendet.“</p>
<p>Stattdessen läuft die Kirche gegen Diskriminierungsschutz für LGBT, gegen rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaft in jeder Form und die Öffnung der Ehe für Homosexuelle Sturm. Bei der Strafbarkeit homosexueller Handlungen taktiert sie.</p>
<p>Eigenes Wesen, moralische Pflicht, Gewissen, die Kategorien, vor denen sich das II. Vaticanum auch bei Nicht-Katholiken in Respekt verneigt? – Fehlanzeige!</p>
<p>Homosexuelle Handlungen werden <a href="http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19920724_homosexual-persons_ge.html" target="_blank">„objektiv als ungeordnet“</a> diffamiert: Ende der Durchsage!</p>
<p>Daraus leitet Ratzinger das Infragestellen grundsätzlicher Menschenrechte für homosexuelle Menschen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Abgesehen von den anderen Rechten haben alle Menschen das Recht auf Arbeit, auf Wohnung usw&#8230; Doch nichtsdestoweniger sind dies keine absoluten Rechte.<a href="http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19920724_homosexual-persons_ge.html" target="_blank"> Sie können aufgrund eines Verhaltens, das objektiv als ungeordnet zu bezeichnen ist, zu Recht eingeschränkt werden</a>.“</p>
<p>Offen ruft Rom zur Diskriminierung homosexueller Personen auf:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Es gibt Bereiche, in denen es keine ungerechte Diskriminierung ist, die sexuelle Veranlagung in Betracht zu ziehen, <a href="http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19920724_homosexual-persons_ge.html" target="_blank">wie z.B. bei der Zuweisung von Kindern zur Adoption oder bei der Auswahl von Pflegeeltern, der Einstellung von Sportlehrern, oder im Militärdienst</a>.“</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-size: medium;">Thomas von Aquins Naturrechtslehre ist keine geeignete Grundlage der Sexualethik</span></span></strong></p>
<p>Die Sexualethik der katholischen Kirche fußt im wesentlich auf der Naturrechtslehre des Kirchenlehrers Thomas von Aquin, die er in der Schrift summa theologica formuliert:<br />
„Der Theologe Thomas von Aquin fasste im 13. Jahrhundert die überlieferte christliche Sexualdoktrin zusammen und erklärte, Gott lasse Geschlechtsverkehr nur zu, wenn er erfolge:</p>
<p style="padding-left: 30px;">• zum richtigen Zweck (dem der Fortpflanzung),<br />
• mit der richtigen Person (dem Ehepartner) und<br />
• in der richtigen Weise (durch Koitus).</p>
<p>Jede sexuelle Handlung, die nicht völlig diese dreifache Bedingung erfüllte, war „unnatürlich&#8221; und sündhaft. …Die „Natur&#8221; des menschlichen Geschlechtsverkehrs ist die Zeugung von Kindern.“<br />
Von diesem Ausgangspunkt aus<br />
<a href="http://www2.hu-berlin.de/sexology/GESUND/ARCHIV/ATLAS_DE/atlas.htm" target="_blank">„… ist jede sexuelle Handlung, die diesem Ziel nicht dient, „widernatürlich&#8221;, das heißt gegen den Willen Gottes gerichtet und sündig.“</a></p>
<p style="padding-left: 30px;">„Die Schwere der Schuld betrifft die Abweichung vom Ziel, während die Schändlichkeit sich auf die Schamlosigkeit bezieht, die v.a. unter dem Gesichtspunkt der Sündhaftigkeit bewertet wird&#8230; Doch die Laster, welche der menschlichen Natur Gewalt antun, sind noch mehr zu verurteilen. Sie sind auf die Art der Zügellosigkeit zurückzuführen, die in einem gewissen Sinn den Exzess ausmacht &#8211; dies ist der Fall bei denen, die Genuss beim Verzehr von menschlichem Fleisch empfinden, oder sich mit Tieren paaren, oder im Falle der Sodomie.)&#8230; Bei den Sünden gegen die Natur, welche die natürliche Ordnung verletzen, wird Gott selbst in seiner Qualität als Ordner der Natur beleidigt.“ (Tomas von Aquin, Summa Theologica, II-)</p>
<p>Diese Sexuallehre, die allein Fortpflanzungsziel und Ehelichkeit als Kriterium kennt, geht an der Lebensrealität der Menschen vorbei. Diese scholastische Lehre denkt in erster Linie in Kategorien von Ordnung und Ziel der Sexualität, menschenrechtlich ist sie blind. Sie versagt, da, wo es um Vergewaltigung, Nötigung und Missbrauch geht.</p>
<p>Die Frage muss erlaubt sein, welchen Anteil diese Sexuallehre am jahrelangen Vertuschen sexueller Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche hat.</p>
<p>Eine Sexualethik muss die Verwirklichung und den Schutz des sexuellen Selbstbestimmungsrechtes der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Will Rom hier wieder von den Menschen gehört werden, müsste es seine Lehre von den Kopf auf die Füße stellen.</p>
<p>Aber auch wenn die Kirche ihre Sexuallehre erst in Jahrhunderten reformieren sollte, wäre es ein Fortschritt, sie würde gegen eine (menschen-)rechtliche Ordnung, die dem Geist der Aufklärung, dem Rechtsgüterschutz und der Gleichheit vor dem Gesetz verpflichtet ist, nicht länger ihren Widerstand entgegenstellen.</p>
<p>Noch einmal das von den Piusbrüdern geschmähte Konzil:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Gewiss ist bisweilen im Leben des Volkes Gottes auf seiner Pilgerfahrt &#8211; im Wechsel der menschlichen Geschichte &#8211; eine Weise des Handelns vorgekommen, die dem Geist des Evangeliums wenig entsprechend, ja sogar entgegengesetzt war; aber die Lehre der Kirche, dass niemand zum Glauben gezwungen werden darf, hat dennoch die Zeiten überdauert.“</p>
<p>Diese Freiheit vom Zwang in Lebensführungs- und Glaubensfragen muss dann auch jede Rechtsordnung widerspiegeln, d.h. sie darf sich gerade nicht bzw. nicht vordringlich an den Vorstellungen der kirchlichen Lehre orientieren:</p>
<p>Der Papst könnte aus Dignitatis humanae viel lernen – auch für seinen zivilgesellschaftlichen Umgang mit Schwulen, Lesben und Transgendern – selbst wenn er an den kruden Sexualvorstellungen der katholischen Kirche festhielte. In Zeichen der Wiedervereinigung mit den Lefebvreisten, die das II. Vaticanum ablehnen, wahrscheinlich eine unwahrscheinliche Erwartung an Rom.</p>
<p>Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/20/die-freiheit-des-christenmenschen-und-die-sexuallehre-der-romisch-katholischen-kirche/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Objektiv ungeordnet: Das Verhältnis des Vatikan zu den Menschenrechten</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/17/objektiv-ungeordnet-das-verhaltnis-des-vatikan-zu-den-menschenrechten/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/17/objektiv-ungeordnet-das-verhaltnis-des-vatikan-zu-den-menschenrechten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 18:44:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=360</guid>
		<description><![CDATA[Allerorten wird über die Papstrede im Bundestag diskutiert. Der Deutsche Bundestag hatte mit den Stimmen von Linken, SPD und Koalition im Ältestenrat Einvernehmen zur Einladung des Bundestagspräsidenten hergestellt. Damit verließ der Bundestag seine restriktive Praxis bei der Einladung an ausländische Staatsgäste: Bisher sprachen im Plenum nur Repräsentanten Israels und der ehemaligen Kriegsgegner – eine wichtige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allerorten wird über die Papstrede im Bundestag diskutiert. Der Deutsche Bundestag hatte mit den Stimmen von Linken, SPD und Koalition im Ältestenrat Einvernehmen zur Einladung des Bundestagspräsidenten hergestellt. Damit verließ der Bundestag seine restriktive Praxis bei der Einladung an ausländische Staatsgäste: Bisher sprachen im Plenum nur Repräsentanten Israels und der ehemaligen Kriegsgegner – eine wichtige Geste der Aussöhnung.</p>
<p>Ich erwarte, dass der Bischof von Rom sich seiner Rolle als ausländischer Staatsgast bewusst ist und der Versuchung widersteht, sich in deutsche Innenpolitik einzumischen: Wir verbitten uns die Einmischung der deutschen Innenpolitik. Das deutsche Familienrecht und unsere HIV-Prävention geht den Staatsgast nichts an!</p>
<p>Stattdessen wäre aber in Sachen Menschenrechte vom Vatikanstaat dringend eine Klarstellung erforderlich:</p>
<p>Immer wieder setzt sich Rom aktiv für die Diskriminierung von Lesben und Schwulen aktiv ein. Ob Strafgesetze gegen homosexuelle Handlungen, Antidiskriminierungsgesetze oder rechtliche Regelungen für homosexuelle Partnerschaften, immer war Rom Gegner der Verwirklichung unserer Menschenrechte.</p>
<p><span id="more-360"></span></p>
<p>Im März stellte der Apostolische Nuntius beim Menschenrechtsrat in Genf die <a href="http://geneva.usmission.gov/2011/03/22/lgbtrights/" target="_blank">gemeinsame Erklärung von 85 Staaten</a> über die <a href="http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=11167&amp;LangID=E" target="_blank">Beendigung von Gewaltakten und ähnlichen Menschenrechtsverletzungen aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität</a> und die <a href="http://ilga.org/ilga/static/uploads/files/2011/6/17/RESOLUTION%20L9rev1.pdf" target="_blank">Resolution</a> für die Menschenrechte unabhängig von sexueller Orientierung und geschlechtlichen Identität in Frage.</p>
<p>Angesichts von Todes- und Gefängnisstrafen gegen Homosexuelle und pogromartigen Ausschreitungen gegen Homosexuelle und Transgender in vielen Ländern <a href="http://www.holyseemissiongeneva.org/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=6245:16th-session-of-the-human-rights-council-item-8-general-debate&amp;catid=57:humanrights&amp;Itemid=82" target="_blank">fiel dem Apostolischen Nuntius Tomasi zur Forderung nach Straffreiheit für homosexuelle Handlungen und der Verurteilung antihomosexueller Gewalt</a> nichts Besseres ein, als Gespenster einer angeblichen Verfolgung derjenigen an die Wand zu malen, die aufgrund moralischer und religiöser Überzeugungen Homosexualität verurteilen. Einen Nachweis, dass es diese Verfolgungen tatsächlich gibt, blieb er schuldig. Zu Tausenden von Schwulen und Lesben, die unter strafrechtlicher Verfolgung, ungesühnten Gewalttaten und der Ermordung durch Justiz und Polizei verschiedener Staaten litten, verliert der Vertreter des „Heiligen“ Stuhles kein Wort.</p>
<p>Stattdessen formuliert er:</p>
<p style="padding-left: 30px;">«<a href="http://www.churchnewssite.com/portal/?p=57161" target="_blank">A state should never punish a person, or deprive a person of the enjoyment of any human right, based just on the person’s feelings and thoughts, including sexual thoughts and feelings.</a>»</p>
<p>Um dann das Recht der Staaten zu proklamieren, sexuelles Verhalten zu regulieren und zwischen sexuellen Gefühlen und Verhalten zu unterscheiden. Er nennt beispielhaft Inzest und Pädophilie. Das war aber nicht Thema der Resolutionen, sagt aber viel über die Assoziationsketten des Vatikanbotschafters.</p>
<p>Dafür weiß sich Tomasi ausdrücklich einig „mit anderen Glaubensgemeinschaften“. Bei der Abstimmung im UN-Menschenrechtsrat waren dann auch auf der Seite des Vatikan viele Staaten, die die Scharia als Grundlage ihrer Rechtsordnung haben.</p>
<p>Auf Nachfrage bei der Berliner Nuntiatur versichert man zwar, sexuelles Verhalten rechtfertige keine Gewalt und unmenschliche Behandlung. Ob es aber eine staatliche Regulierung im Sinne eines Verbots homosexueller Handlungen rechtfertige, läßt man (bewußt?) offen. Dafür betont man aber, dass staatliche Anordnungen nicht nur die „Verletzung der Rechte des anderen“, sondern die „Wahrung der öffentlichen Ordnung und der öffentlichen Moral“ meinten. Die Staaten haben nur das Recht sexuelles Verhalten zu regulieren, d.h. auch strafrechtlich zu verbieten, wenn dieses Verhalten die Rechte anderer beeinträchtigt.</p>
<p>Nach dem Juni-Beschluss der wirklich sehr zurückhaltenden Resolution im Menschenrechtsrat <a href="http://www.catholicnewsagency.com/news/vatican-official-says-un-gay-rights-agenda-endangers-churchs-freedom/" target="_blank">sieht Tomasi die Rechte der Kirche in Gefahr</a> und befürchtet, Homosexuelle könnten auch noch die Verwirklichung ihrer Bürgerrechte einfordern.</p>
<p>Auf Nachfrage zu den Genfer Interventionen des Vatikan meinte die Bundesregierung lapidar:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Der Ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Maria Tomasi, hat in der von Ihnen erwähnten Erklärung die bekannte Position der katholischen Kirche zu Homosexualität wiedergegeben. Diesbezüglich besteht für die Bundesregierung kein weiterer Klärungsbedarf.“</p>
<p>Bezeichnend, dass es offensichtlich aus Sicht der Bundesregierung zwischen der Lehre der Kirche und der Menschenrechtspolitik des Vatikanstaates keine Differenz gibt. Nach alledem wird deutlich: Die Auffassungen des Vatikan scheren sich nicht um die Wertordnung des Grundgesetzes. Dennoch wird die Bundesregierung ihm den roten Teppich ausrollen und zu diesen Differenzen schweigen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Hätte Herr Westerwelle Mumm, würde er dem Papst nächste Woche sagen:</span></p>
<p><strong>Die Menschenrechte gelten auch für diejenigen, die anders glauben, leben oder lieben als Rom es gefällt, solange sie die Rechte anderer nicht verletzen. Aber: Der Vatikan stellt den rechten Glauben über die Rechte der Menschen. Herr Ratzinger, Ihr Verhältnis zu den Menschenrechten ist objektiv ungeordnet!</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/17/objektiv-ungeordnet-das-verhaltnis-des-vatikan-zu-den-menschenrechten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Post-it War im Bundestag</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/13/postitwar/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/13/postitwar/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 07:27:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=336</guid>
		<description><![CDATA[La guerre des Post-it oder auch Post-it War ist gerade der letzte Schrei in Frankreich. Das Prinzip ist einfach. Es ist ein Wettkampf um das ausgefallenste, kreativste und aufwändigste Post-it-Motiv auf dem Bürofenster. Also das Richtige für eine Kreativpause während der Arbeit. Mit meinem Büro-Team haben wir deshalb dem Deutschen Bundestag den Post-it War erklärt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-350 aligncenter" style="border: 5px solid white;" title="PostitWar Bundestag Berlin" src="http://beckstage.volkerbeck.de/wp/wp-content/uploads/2011/09/beidePostits1.jpg" alt="PostitWar Bundestag Berlin" width="528" height="349" /><a href="http://beckstage.volkerbeck.de/wp/wp-content/uploads/2011/09/beidePostits.jpg"><br />
</a><em>La guerre des Post-it</em> oder auch <em>Post-it War</em> ist gerade der letzte Schrei in Frankreich. Das Prinzip ist einfach. Es ist ein Wettkampf um das ausgefallenste, kreativste und aufwändigste Post-it-Motiv auf dem Bürofenster. Also das Richtige für eine Kreativpause während der Arbeit.</p>
<p>Mit meinem Büro-Team haben wir deshalb dem Deutschen Bundestag den Post-it War erklärt. <a href="http://www.postitwar.com/post/10159669679/jakob-kaiser-haus-deutscher-bundestag-berlin" target="_blank">Als Friedenspartei fand diese &#8220;Kriegserklärung&#8221; in Form eines Herzens statt</a> und weil wir uns schon auf den Papstbesuch freuen, <a href="http://www.postitwar.com/post/10159296885/jakob-kaiser-haus-deutscher-bundestag-berlin">lächelt nun ein Smiley-Teufelchen das Reichstagsgebäude an</a>.</p>
<p>Wer will es mit uns aufnehmen? Anregungen finden sich auf <a title="Postitwar" href="http://www.postitwar.com/" target="_blank">postitwar.com</a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Und so funktioniert es:</span></p>
<p><object width="480" height="390" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/BpWM0FNPZSs?version=3&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="480" height="390" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/BpWM0FNPZSs?version=3&amp;hl=de_DE" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/09/13/postitwar/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenn Steinbach nichts zu verbergen hätte, könnte der BdV auch die Extremismusklausel unterzeichnen</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/04/11/bdv/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/04/11/bdv/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 16:31:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschtümelei]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Steinbach]]></category>
		<category><![CDATA[Vertriebenenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=321</guid>
		<description><![CDATA[Das Internetportal Tagesschau.de berichtete am 5. April 2011 über Verbindungen der „Schlesischen Jugend“ (SJ) mit Neonazis und der NPD. Die „Schlesische Jugend“ ist als Jugendorganisation der Landsmannschaft Schlesien, Nieder und Oberschlesien e.V. Mitglied im Bund der Vertriebenen. Nach § 16 a.) 10. der Satzung der Landsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien gehört dem Bundesvorstand der schlesischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internetportal <a href="http://www.tagesschau.de/inland/schlesischejugend100.html" target="_blank">Tagesschau.de berichtete am 5. April 2011</a> über Verbindungen der „Schlesischen Jugend“ (SJ) mit Neonazis und der NPD. Die „Schlesische Jugend“ ist als Jugendorganisation der Landsmannschaft Schlesien, Nieder und Oberschlesien e.V. Mitglied im Bund der Vertriebenen. Nach <a href="http://www.schlesien-lm.de/html/Satzung.html" target="_blank">§ 16 a.) 10. der Satzung der Landsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien</a> gehört dem Bundesvorstand der schlesischen Landsmannschaft der Bundesvorsitzende der Schlesischen Jugend an.</p>
<p>Nach Informationen von tagesschau.de haben Rechtsextremisten seit dem Jahr 2005 erfolgreich versucht, die „Schlesische Jugend“ zu unterwandern.</p>
<p><img src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/04/SJ5.jpg" alt="Unterwanderungspläne von Rechts" width="500" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://npd-blog.info/2011/03/20/neonazi-netzwerk-abgeschaltet-npd-wirft-nebelkerze/" target="_blank">In einem internen Internetforum</a>, das mir vorliegt vorliegt, schrieb <a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/04/SJ_Breslau.jpg" target="_blank">Thorsten Schlotz</a> von der &#8220;Schlesischen Jugend&#8221; am 11. Mai 2005:</p>
<blockquote><p>„Nachdem sich die FREUNDE [Anmerkung: Das ist die Tarnbezeichnung des Neonazi-Netzwerkes] in und für Schlesien engagieren (z.B. die Ostfahrten) sind wir, so meine ich, die richtigen Leute um das Werk fortzusetzen was Hösl [<a href="http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2004/16/hoesl.shtml" target="_blank">Anmerkung: Jürgen Hösl-Daum</a>] einmal aufgebaut hat. […] Es ist also so, dass wenn wir als FREUNDE über die Gelder der SJ verfügen könnten wir unsere Aktivitäten im Osten professionalisieren und erheblich ausweiten könnten. Meines Wissens nach sind nur wenige Mitglieder immer bei den Vorstandswahlen der SJ anwesend. Der Plan zur Übernahme der SJ sieht deshalb derzeit so aus, dass wöchentlich ein Mitglied von uns neu der SJ beitreten sollte – ich habe heute bereits eine Anfrage für meine Mitgliedschaft gestartet. Bei den nächsten SJ-Vorstandswahlen sollte es dann möglich sein, wenn die meisten unserer Leute anwesend sind, einen unserer Leute als Vorstand zu wählen.“</p></blockquote>
<p>Über seine revisionistische Grundhaltung schrieb Schlotz an gleicher Stelle am 19. Mai:</p>
<blockquote><p>„Sicher sind wir revisionistisch. Es gibt genügend aufzuarbeiten und klarzustellen. Geschichte ist kein festgeschriebenes Buch wie die heilige Schrift. Deutsche Geschichte in der BRD kann es gar nicht sein. Schlesien war Deutsch. Schlesien ist Deutsch. Auch wenn dort zur Zeit mehrheitlich Polen leben.“</p></blockquote>
<p>Ebenfalls am 19. Mai 2005 vermeldete Schlotz in dem Forum:</p>
<blockquote><p>„Neues von der Front: Habe mich gestern mit den Polacken aus dem Vorstand getroffen. Man will mich dabei haben &#8211; auch im Vorstand. Es ist dann bereits jetzt möglich unsere Aktionen über die SJ laufen zu lassen. D.h. Werbung weiterer Teilnehmer und Finanzierung der bzw. für die Osttour 2006 kann bereits über die SJ gehen.“</p></blockquote>
<p>In den &#8220;Schlesischen Nachrichten&#8221;, herausgegeben von der zum Bund der Vertriebenen gehörenden &#8220;Landsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien e.V.&#8221;, wurde derweil berichtet, man müsse &#8220;dringend notwendigen Nachwuchs für die Schlesische Jugend&#8221; gewinnen und setze daher verstärkt auf &#8220;verschiedene Veranstaltungen &#8211; wie Fahrten zu den Heimatverbliebenen&#8221;.</p>
<p><img src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/04/screenshot16.jpg" alt="Schlesische Jugend, JLO und &quot;Freue Freunde&quot; laden zur &quot;Ostfahrt&quot;" width="500" height="190" /></p>
<p>Derartige Fahrten wurden von dem Netzwerk um Thorsten Schlotz bereits seit 2002 organisiert &#8211; und zwar in dem dem mit vorliegenen Forum. Die vorliegende Materialien belegen, dass mehrere dieser Reisen in unmittelbarer Kooperation von &#8220;Schlesischer Jungend&#8221; und der <a href="http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/die-junge-landsmannschaft-ostdeutschland-jlo" target="_blank">rechtsextremen „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ (JLO)</a> durchgeführt wurden. Fotos aus dem Forum belegen ebenfalls, dass auch der <a href="http://npd-blog.info/2011/03/15/junker-jorg-gibt-ratschlage-zum-bombenbau/" target="_blank">NPD-Funktionär Matthias Heyder, der als „JunkerJörg“ in dem Forum angemeldet war</a>, an diesen Reisen teilgenommen hat.</p>
<p>In dem vorliegenden Forum beschrieb einer der Teilnehmer seine Vorfreude auf die im Mai 2005 stattgefundene Reise mit den Worten: „Gestern hatt` ich einen Traum, ein Pole hing an einem Baum“. Der bei dieser Reise ebenfalls anwesende NPD-Funktionär Matthias Heyder („Junker Jörg“) gab die Parole aus: „Wir fahren nach Polen um Juden zu versohlen“.</p>
<p>Thorsten Schlotz fasste die Höhepunkte der Reise nach der Rückkehr am 8. Mai 2005 im Forum wie folgt zusammen:</p>
<blockquote><p>„Politischer Höhepunkt war Auschwitz. Und ich kann hier nur für mich persönlich sprechen &#8211; dieser Besuch hat Wirkung gezeigt: Ich bin seit diesem Tage bekennender Antisemit. Der kameradschaftliche Höhepunkt war natürlich wieder das multikulturelle Grillfest mit unseren tschechischen Kameraden. Diesmal mit mitternächtlicher Verbrennung der Zionsfahne.“</p></blockquote>
<p>Über den Besuch in Auschwitz schrieb Schlotz einen Tag später im Forum:</p>
<blockquote><p>„Die zahlreichen Juden, die übrigens rassisch einen ganz üblen multikulti-Brei darstellen, ziehen freudig und mit wehenden Zionsfahnen in das Lager ein. Vor 60 Jahren wäre dies Verhalten durchaus begrüßenswert gewesen *g*, heute jedoch müßte das selbst ein BRD-Weichei nach Gutmenschenart ankotzen wie man hier ein möglicherweise angebrachtes Gedenken pervertiert. Wer in Auschwitz war, weiß spätestens hier dass der Holo Religion ist. Staatsreligion der Staaten Israel und der BRD. Ich geht nicht um das Gedenken an Tote. Es geht um das Feiern der jüdischen Herrschaft über das was man &#8220;westliche Wertedemokratie&#8221; nennt. Es sind Juden die auf den Gräbern Ihrer Vorfahren die Herrschaft des Weltjudentums und unsere Knechtschaft feiern. Und deshalb: Juda du stirbst für diese Schweinerei!“</p></blockquote>
<p><img style="float: left;" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/03/screenshot141-300x293.jpg" alt="Sven Schumann von der Schlesischen Jugend" width="200" /> Das Fazit der Touren fiel aus Sicht der Teilnehmer zumeist positiv aus. Ein Teilnehmer schrieb: &#8220;Die Truppen sind mit nur leichten Verlusten erfolgreich aus der Heimat in der Heimat angelangt. Der Feldzug war wieder einmal ein großer Erfolg. Für die generalstabsmäßig perfekte Organisation und Durchführung gebührt unserem Führer Unteroffizier Schlumo alle Ehre und großer Dank.&#8221; Bei „Schlumo“ handelt es sich um Sven Schumann von der &#8220;Schlesischen Jugend&#8221;.</p>
<p>Die &#8220;Ostfahrt&#8221; 2010 sollte erneut von der &#8220;Schlesischen Jugend&#8221; in Kooperation mit der &#8220;Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland&#8221; durchgeführt werden, <a href="http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/neonazis-dresden-rueckzug-statt-umzug-aber-gewalt-1243" target="_blank">welche mehrmals an der Organisation der Neonazi-Aufmärsche in Dresden beteiligt war (auch 2011)</a>. Zudem <a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/02/screenshot9.jpg" target="_blank">verlinkt die SJ von mehreren Seiten auf die rechtsextreme Organisation</a> und arbeitete auch bei anderen Aktivitäten mit der JLO zusammen.</p>
<p>Laut einer <a href="http://www.regin-verlag.de/index.php?id=10,39,0,0,1,0/" target="_blank">Ankündigung im Internet fand im April 2010 ein gemeinsames „oserlager“ von SJ und JLO statt</a>:</p>
<blockquote><p>„<strong>Freitag bis Montag, 2. bis 5. April 2010</strong><br />
Die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) und die Schlesische Jugend laden zum gemeinsamen Osterlager in Mitteldeutschland ein. Neben gemeinschaftlichen Unternehmungen wie Frühsport und Lagerfeuerabend stehen auch Vorträge, u. a. über die Ur- und Frühgeschichte Schlesiens, auf dem Programm. Zur Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung unter JLO-SW@secure-mail.biz oder info@schlesische-jugend.de erforderlich. Nähere Angaben folgen mit der Anmeldebestätigung.“</p></blockquote>
<p>Außerdem belegen E-Mails aus der NPD, die tagesschau.de vorliegen, Kontakte zwischen einem hochrangigen SJ-Funktionär aus Thüringen und der NPD. Auch eine CD der &#8220;Schlesischen Jugend&#8221; empfahl die NPD intern.</p>
<p>Die &#8220;Landsmannschaft Schlesien&#8221;, teilte tagesschau.de auf Anfrage mit, die SJ sei eine selbstständige Organisation, sie arbeite autark. Allerdings gibt es organisatorische Schnittstellen, so gehört laut Satzung der SJ-Bundesvorsitzende zum Bundesvorstand der Landsmannschaft, wie Eingangs im Artikel beschrieben. Auch bei der Bundesdelegiertenversammlung der BdV-Organisation waren 2010 einem Bericht der &#8220;Schlesischen Nachrichten&#8221; zufolge der &#8220;seit kurzem amtierende Bundesvorsitzende der Schlesischen Jugend, Fabian Rimbach, und Vertreter der Schlesischen Jugend in Thüringen&#8221; anwesend.</p>
<p>Der Verfassungsschutz in Thüringen stellte zuletzt fest, &#8220;unter dem Deckmantel eines Vertriebenenverbands&#8221; werde die SJ in dem Bundesland inzwischen von &#8220;aktiven Rechtsextremisten&#8221; missbraucht. Die inhaltliche Ausrichtung der SJ-Thüringen sei &#8220;vor allem durch geschichtsrevisionistische und revanchistische Bestrebungen geprägt&#8221;.</p>
<p>Auf die meine Frage in der Fragestunde vom 23.02.2011, ob der Bund der Vertriebenen und/oder seine Mitgliedsorganisationen für seine staatliche Förderung eine Extremismusklausel unterzeichnen müsse, und wenn nicht, warum, antwortete das Bundesministerium des Innern unter Anderem:</p>
<blockquote><p>„Das Bundesministerium des Innern prüft im Übrigen vor jeder Bewilligung einer Zuwendung, ob der Empfänger einer Zuwendung in einem extremistischen Umfeld angesiedelt ist oder sich in irgendeiner Weise gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung betätigt. Liegen entsprechende Hinweise vor, wird von einer Zuwendung abgesehen oder eine Förderung eingestellt.“</p></blockquote>
<p>Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, hat sich nun von der &#8220;Schlesischen Jugend&#8221; distanziert und gleichzeitig zugegeben, dass die Probleme bekannt seien. Sie sagte im <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1430551/" target="_blank">Deutschlandfunk</a>, der Verband lasse sich nicht von Rechtsextremen vereinnahmen. Doch die Distanzierung der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen von der von Rechtsextremisten unterwanderten &#8220;Schlesischen Jugend&#8221; ist ein bloßes Lippenbekenntnis. Faktisch ist die Schlesische Jugend ein Teil einer der BdV-Migliedsorganistionen. Frau Steinbach muss jetzt unverzüglich einen klaren organisatorischen Trennungsstrich zur Schlesischen Jugend ziehen! Dass dies bisher nicht geschehen ist, obwohl Frau Steinbach eingesteht, dass ihr das alles seit Jahren bekannt ist, ist ein Skandal.<br />
<strong><br />
Wenn Steinbach nichts zu verbergen hätte, könnte der BdV auch die Extremismusklausel unterzeichnen. </strong>So argumentiert die Bundesregierung auch bei den Inis gegen Rechts.</p>
<p><a href="http://npd-blog.info/" target="_blank"><em>Die Bilder sind vom geschätzten NPD-BLOG.INFO übernommen. Hier finden sich regelmäßig aktuelle Infos zu diesem Fall. Es lohnt sich, dort regelmäßig vorbei zu surfen.</em></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/04/11/bdv/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Koalition kann nur Politik 1.0</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/01/27/koalition-kann-nur-politik-1-0/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/01/27/koalition-kann-nur-politik-1-0/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 14:57:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Ausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik1.0]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Grün]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=314</guid>
		<description><![CDATA[Jede und Jeder blamiert sich, so wie er kann. Die Koalitionsmehrheit hat heute gezeigt, dass Union und FDP allenfalls Politik 1.0 können. Sie dementiert auch indirekt damit die Initiative des Bundespräsidenten mit seinen „Bürgerforen“. Wo es echte Beteiligung interessierter BürgerInnen geben soll, kneift sie und erfindet Probleme. Bei der Einsetzung der Internet-Enquete beschloss der Bundestag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede und Jeder blamiert sich, so wie er kann. Die Koalitionsmehrheit hat heute gezeigt, dass Union und FDP allenfalls Politik 1.0 können. <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wulff-unterstuetzt-Online-Buergerforum-1175975.html" target="_blank">Sie dementiert auch indirekt damit die Initiative des Bundespräsidenten mit seinen „Bürgerforen“</a>. Wo es echte Beteiligung interessierter BürgerInnen geben soll, kneift sie und erfindet Probleme. Bei der Einsetzung der Internet-Enquete beschloss der Bundestag (<a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/009/1700950.pdf" target="_blank">Drucksache 17/950</a>):</p>
<p style="padding-left: 30px;">III. Beteiligung</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Enquete-Kommission bezieht die Öffentlichkeit in besonderem Maße in ihre Arbeit mit ein. Über die Arbeit der Kommission wird regelmäßig und so transparent wie möglich auf der Internetseite des Deutschen Bundestages infor- miert. Dort werden zudem Beteiligungsmöglichkeiten angeboten, die Anregun- gen aus der Öffentlichkeit in geeigneter Weise in der Arbeit der Kommission einfließen lassen können.</p>
<p><a href="https://manuelhoeferlin.wordpress.com/2011/01/26/der-18-sachverstandige-lebt/" target="_blank">Vollmundig war von der Öffentlichkeit als 18. Sachverständigen die Rede</a>. Die I&amp;K-Kommission (Kommission für den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechniken und -medien) hat dagegen jetzt entschieden:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist die Implementierung der Weiterentwicklung von Adhocracy mit Blick auf die Arbeit der Enquete-Kommission und dem verantwortungsvollen Umgang mit Haushaltsmitteln nicht mehr sinnvoll. Die Implementierung würde erst deutlich nach Erstellung des Zwischenberichts der Enquete-Kommission realisiert werden können. Ebenso liegt zur Zeit kein geeignetes Identifizierungsverfahren für die Nutzen vor.“</p>
<p>Der Ältestenrat hat heute unseren Antrag mit Stimmen von Union und FDP abgelehnt, die I&amp;K-Kommission um einen neuen Entscheidungsvorschlag zu bitten. Der Bundestag sieht sich nach Ansicht der Koalition angeblich technisch nicht in der Lage, Adhocrazy zu implementieren. Kurios, dass die FDP, die diesen Beschluss mitträgt, <a href="http://jimmy-schulz.blogspot.com/2011/01/schulzhoferlinblumenthal-wir-nehmen-die.html" target="_blank">heute durch ihre Abgeordneten Schulz, Höferlin und Blumenthal verkündet</a>:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Wir halten, was wir versprochen haben: Wir setzen auf das Wissen und die Beteiligung der Netzgemeinde im politischen Prozess. Dafür laden wir die Community, alle im Bundestag vertreten Fraktionen und die Mitglieder der Enquete-Kommission ein, mit uns gemeinsam das Partizipationstool &#8220;Adhocracy&#8221; zu nutzen und zu entwickeln. Wir wollen das Bürgerbeteiligungstool auf einer für alle offenen Plattform unter der Domain <a href="http://www.demokratie.de/">www.demokratie.de</a> zur Verfügung stellen und es an den Arbeitsprozess in der Internetenquete anpassen.“</p>
<p>Dies zeigt, wie vorgeschoben die Argumente der Koalition zur Nichtimplementierung von Adhocracy tatsächlich sind. <a href="http://von-notz.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-vom-25012011-2.html" target="_blank">Die Sprecherinnen und Sprecher für Netzpolitik der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD, und DIE LINKE, Dr. Konstantin von Notz, Lars Klingbeil und Halina Wawzyniak, stellen dazu zu Recht fest</a>:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Nachdem sich &#8211; nach über einem Jahr Verhandlungen alle Fraktionen einig waren und die Enquete-Kommission einstimmig das Online-Beteiligungskonzept beschlossen hatte, wurde dieser Konsens nun von Schwarz-Gelb aufgekündigt. Noch bei der Einsetzung der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft hatte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion erklärt: Es gilt, den Kreis der 17 Sachverständigen um einen weiteren Experten zu erweitern: &#8220;Der Bürger soll als 18. Sachverständiger eine zentrale Rolle in der Arbeit dieser Kommission einnehmen. Ziel ist nicht, über die Nutzer des Internets zu reden, sondern mit ihnen. Dies soll auf breiter Ebene geschehen in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken. Bis zur Konstituierung der Kommission ist daher der Deutsche Bundestag aufgefordert, diese Bürgerbeteiligung sicherzustellen und zu organisieren.&#8221; Davon will die Union nun nichts mehr wissen und die FDP akzeptiert diese Kehrtwende offensichtlich, um den Koalitionsfrieden nicht zu gefährden.“</p>
<p>Der Bundestag hat damit heute eine Chance vertan.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/01/27/koalition-kann-nur-politik-1-0/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Irgendwas wird schon hängen bleiben – oder Denunziation durch Dementi</title>
		<link>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/01/21/irgendwas-wird-schon-hangen-bleiben-%e2%80%93-oder-denunziation-durch-dementi/</link>
		<comments>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/01/21/irgendwas-wird-schon-hangen-bleiben-%e2%80%93-oder-denunziation-durch-dementi/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 14:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Beck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beckstage]]></category>
		<category><![CDATA[Dementi]]></category>
		<category><![CDATA[Denunziation]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beckstage.volkerbeck.de/?p=312</guid>
		<description><![CDATA[Trotz allem Reden über Toleranz verbreiten die Medien noch immer Vorurteile über Schwule. Ein besonders beliebter Trick ist es, sich Vorurteile nicht zu Eigen zu machen, sondern Anrüchiges in Form des Dementis mit Personen in Verbindung zu bringen. Elmar Kraushaar hat dies am Dienstag dieser Woche in der taz richtig darlegt: &#8220;Wollen die, denen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Trotz allem Reden über Toleranz verbreiten die Medien noch immer Vorurteile über Schwule. Ein besonders beliebter Trick ist es, sich Vorurteile nicht zu Eigen zu machen, sondern Anrüchiges in Form des Dementis mit Personen in Verbindung zu bringen.</p>
<p>Elmar Kraushaar hat dies <a href="http://www.taz.de/1/wahrheit/artikel/1/der-homosexuelle-mann-44/" target="_blank">am Dienstag dieser Woche in der taz</a> richtig darlegt: &#8220;Wollen die, denen die wüsten Bilder über homosexuelles Treiben trotz allen Wandels nicht aus dem Kopf gehen, immer noch zuschlagen, müssen sie ein bisschen tiefer in die Klischee-Kiste greifen. So wie uns das Florentine Fritzen <a href="http://www.seiten.faz-archiv.de/fas/20110102/sd1n201101022888351.html" target="_blank">unlängst in der <em>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</em></a> vorgemacht hat. Ihr Thema: das Adoptionsrecht für Homosexuelle. Dazu fasst sie routiniert den Stand der politischen Debatte zusammen und landet zwangsläufig bei Volker Beck, dem engagiertesten Schwulenpolitiker hierzulande. Der schwule Beck und Kinder? Die Autorin fängt an zu stottern. Da war doch was! 1988! Da sei Beck für die &#8220;zumindest teilweise Entkriminalisierung von Pädosexualität&#8221; eingetreten. Zwar habe sich, auch das weiß Frau Fritzen, Beck seitdem mehrfach davon distanziert, aber was solls. Um einen Schwulen ins falsche Licht zu setzen, reicht das Stichwort &#8220;Pädosexualität&#8221; allemal aus, auch wenn das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun hat. Irgendwas wird schon hängen bleiben!&#8221;</p>
<p>Die Menschenrechte von Lesben, Schwulen und Transgendern sind für viele konservative Kreise noch immer kein ernsthaftes Thema. Das sagt man nur noch selten und genauso und geradeheraus. Man greift zu einem rhetorischen Kniff. Man sagt, was man nicht vorwerfen will, um es damit zu kolportieren. Beispiel?</p>
<p>Am Montag berichtete die Wirtschaftswoche über meine Einzeldienstreisen u.a. zum CSD in Moskau und zu einer Konferenz in Tel Aviv. Abgesehen davon, <a href="http://www.volkerbeck.de/cms/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=2240&amp;Itemid=194" target="_blank">dass der Autor falsche Behauptungen in Umlauf setzt</a>, schreibt er: &#8220;Natürlich ist es heikel, Beck Lustreisen vorzuwerfen, zumal er etwa auf seinen regelmäßigen Besuchen des Moskauer Festivals der Homo-, Bi- und Transsexuellen immer wieder von rechten Gegendemonstranten verprügelt und manchmal von der Polizei festgesetzt wurde.&#8221; Lustreisen? Festival? Heikel? Irgendwas wird schon hängen bleiben!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beckstage.volkerbeck.de/2011/01/21/irgendwas-wird-schon-hangen-bleiben-%e2%80%93-oder-denunziation-durch-dementi/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

